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critics Bewegend! TV TODAY, Februar 2006 Der Film geht äußerst sparsam um mit erklärendem Text, umso stärker wirken die Monologe der Opfer und die Szenen aus dem Alltag im Lager, die Gluth für sich selber sprechen lässt. Über dem Film liegt eine große Ruhe, und das ist gut so: Der Betrachter bekommt so die Zeit, die er braucht, um das ferne Schicksal der Mädchen an sich heranzulassen. Wer sich mit Geduld darauf einlässt, kann am Ende erahnen, was es heißt, ein Flüchtling zu sein - Afrika, ohne Klischee und ganz nah. Süddeutsche Zeitung, 28./29.1.2006 das in Europa viel zu wenig beachtet wird. Hamburger Abendblatt, 28./29.1.2006 >> Link zum Artikel auf abendblatt.de Das Beste dieser Woche - Tagestip und Highlight Der Stern, TV-Magazin, 26.1.2006 Universität zu Köln Directeur des projets au Soudan et au Tchad Vice-Président, Institut Heinrich Barth 30.1.2006 im Rahmen einer meiner medienwissenschaftlichen Lehrveranstaltung an der Uni Bayreuth habe ich Luigi Falornis und Byambasuren Daavas durchinszenierten und stark plotorientierten Film "Die Geschichte vom weinenden Kamel" mit Susan Gluths Film "Mit den Augen eines Flüchtlingskindes" gezeigt und anschließend im Rahmen einer Klausur miteinander vergleichen lassen. Neben mehreren Fragen zu Struktur, Dramaturgie und dokumentarischem Anspruch/Ethos habe ich die ca. 60 etwa 20 - 24 jährigen Studenten auch um ihre persönliche Meinung zum Film gebeten. Hier das, wie ich finde, durchaus interessante Ergebnis: knapp 90% der Studenten haben sich für Susan Gluths Film entschieden, den sie (auch ohne allzuviel Vorwissen) für "authentischer", glaubwürdiger, "näher am Leben", berührender etc. etc. hielten. Nun muß man vielleicht berücksichtigen, daß der ein oder andere Studierende, wäre er auf Gluths Film im Fernsehen gestoßen, wohl umgeschaltet hätte. Es war also nicht zuletzt die Kinovorführung, die dem Film geholfen hat, seine Wirkung zu entfalten. Überdies wollten manche Studierende in ihrer Bewertung vielleicht auch ihrem Dozenten und dessen Faible für das Dokumentarische entsprechen. Insgesamt betrachtet war ich aber doch über die Eindeutigkeit des Ergebnisses sehr überrascht. Die unbedingte Fixierung vieler Redakteure auf den PLOT zahlt sich also offenbar durchaus nicht notwendig aus. Sind die 20-25 jährigen, entgegen allen Erwartungen, einer vorhersehbaren Einheitsdramaturgie gegenüber inzwischen überdrüssig geworden? Oder ist die Medienkompetenz der Studierenden (im 3. - 5. Semester) schon so groß, daß sie sich nicht mehr mit filmischen Mitteln "hinters Licht" führen lassen? Vielleicht beweist so ein Ergebnis einmal mehr, daß man seine Geschichte(n) nicht einem, oft erst zu konstruierenden Plot opfern muß, um einen guten Film zu machen. Im Gegenteil. Thorolf Lipp, Arcadia Filmproduktion Ludwigstr. 1, 95444 Bayreuth www.arcadia-film.de |
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